Eigene Domain: Einen globalen Verweis auf einen Mastodon Account erstellen

Twitter ist tot. Lang lebe Mastodon! Dieser Aufruf ist zwar sicher übertrieben, aber aktuell gerät sehr viel Bewegung in die Welt der sozialen Medien. Und das ist meiner Meinung nach auch wirklich wichtig. Um meine persönliche Meinung zu sozialen Medien, dem Unterschied von Twitter zu Mastodon und einem dezentralen Internet soll es aber in diesem Post gehen. Zumindest nicht als zentraler Aspekt.

Einer der großen Vorteile von Mastodon gegenüber Twitter ist die dezentrale Infrastruktur. Es gibt unzählige Server, mit eigenen Hausregeln und Zielgruppen, die jeweils wenige Nutzer:innen bis hunderttausende Personen beherbergen. Und alle diese “Instanzen” sind miteinander zum sogenannten Fediverse verwoben. Während diese Art der Verflechtung riesige Vorteile bringt, ist die sie nicht unbedingt Anfänger-freundliche.

Wem folge ich jetzt wo? Muss ich auf dieselbe Instanz wie meine Freunde? Ist “flowinho” jetzt auf mastodon.social? Auf chaos.social? Wem folge ich denn jetzt? Näh?!

Die Tatsache, dass Mastodon auf verschiedene Instanzen verteilt ist, bringt das Potenzial mit sich, neue Nutzer:innen, besonders technisch weniger affine Menschen, zu verwirren. Auf Twitter war das natürlich einfacher. Es war klar, dass jemand auf der Instanz “twitter.com” registriert war. Keine lange Suche, keine Verwirrung, ein Muster, dass die Menschen gelernt haben und beherrschen.

Mastodon bietet diese zentrale Anlaufstelle nicht, und dies wird zu Recht kritisiert. Wäre es nicht einfacher, eine Art “globalen Nutzernamen” zu haben, den man einfach weitergibt? Idealerweise mit der eigenen Domain?

Das ist möglich! Hierfür gibt es zwei mögliche Ansätze:

Da Ersteres für viele Nutzer aufgrund fehlendem technischen KnowHow, oder schlicht fehlender Zeit für den Betrieb, oftmals keine Option darstellt, bleibt allerdings nicht Option Zwei: eine Art Zeiger auf den jeweils gewünschten Mastodon Account. Damit lässt sich eine Adresse im Fediverse realisieren, die zwar nicht direkt für jeden User angezeigt wird, aber dennoch problemlos weitergereicht werden kann.

Auf diese Weise können selbst unerfahrene Nutzer problemlos über Instanzen hinweg deinen Account finden.

Dieser “Pointer” zeigt von deiner Domain auf deinen Account. Meiner wäre z. B. @social@flowinho.de.

Wer auf der Mastodon oder in seiner App nach obigem User sucht, wird automatisch auf meinen aktuellen Account auf chaos.social verwiesen. Wechsle ich später die Instanz, kann ich den Pointer aktualisieren, und er zeigt auf den jeweils neuen Account. Die technische Umsetzung

Die Voraussetzung für diesen Pointer ist Webspace, auf den die gewünschte Domain zeigt. Shared Hoster wie Manitu oder All Inkl werden also unterstützt.

  1. Zunächst muss sichergestellt werden, dass man als Nutzer einen FTP-Zugang zum erwähnten Webspace hat.
  2. Als Nächstes muss man das Webfinger JSON seines Mastodon Accounts ermitteln. Das lässt sich recht einfach bewerkstelligen, indem man in einem Browser folgende URL öffnet: https://<dieEigeneMastodonInstanz>/.well-known/webfinger?resource=acct:<der Eigene Mastodon Account>@<die Eigene Mastodon Instanz>
  3. Der Inhalt des Webfinger JSON muss anschließen auf dem eigenen Server im Verzeichnis /.well-known/ in der Datei webfinger abgelegt werden.
  4. Das wars! Simple as that.

Wenn dir dieser Artikel geholfen hat, teile ihn gerne mit anderen Mastodon-Usern.